Heise 12.10.2026
07:00 Uhr

heise+ | Elektroauto Xpeng X9 im Test: Die konsequente Absage an Agilität


Der komfortable X9 liefert einige Superlative im Test: Er ist wahrlich riesig und kann schneller laden, als es die hiesige Infrastruktur meistens erlaubt.

heise+ | Elektroauto Xpeng X9 im Test: Die konsequente Absage an Agilität

Mutlosigkeit lässt sich Xpeng nicht nachsagen. Mit einer Mischung aus Van und Großraumlimousine, die mit ihren äußeren Abmessungen eine Mercedes S-Klasse mit langem Radstand noch leicht übertrifft, soll der ausschließlich elektrisch angetriebene Xpeng X9 eine Kundschaft ansprechen, die sich bewusst nicht in konventionell geformten Autos sieht. Traditionell überlasse ich es meinen Lesern, über ein Design zu richten. Dazu mag jeder seine Sicht haben, wobei dem X9 sicher kaum jemand eine grazile oder herausragend elegante Gestaltung nachsagen dürfte. Losgelöst davon muss der Kunde mit einigen Kompromissen leben.

Zunächst sollte er sich gut überlegen, ob er sich im Alltag mit dieser Fahrzeuggröße arrangieren möchte. 5,32 m ist der X9 lang, und das ist nur ein Teil der Wahrheit. Denn ohne Außenspiegel und Anbauteile misst er in der Breite zwei Meter. Das ist derart gewöhnungsbedürftig, dass Xpeng damit rechnen muss, dass viele nach einer Probefahrt abwinken. Trotz einer Lenkung auch an den Hinterrädern bleibt es eine Herausforderung, den X9 durch die Stadt zu bugsieren, und wenn es nur ein Städtchen oder gar ein Parkhaus älteren Baujahrs ist, wird es auch mit etwas Übung mühsam.

Selbst auf einigen Landstraßen muss der Fahrer aufmerksam zielen. Die Großraumlimousine, die einen Audi Q7 handlich erscheinen lässt, macht aus all dem kein Geheimnis, sondern offenbart den Umstand ihrer Fülle schon nach kurzer Proberunde. Wer das bewegen will, sollte sich der Ausmaße seines Vorhabens bewusst sein: Einen solchen Koloss muss ein Fahrer wirklich wollen, auch wenn der Wendekreis dank Hinterradlenkung bei nur 10,8 m liegt.